SW01E21: A little Respect

„We can make love not war and live at peace with our hearts… “ – Tja, eigentlich könnte es wirklich so simpel sein, wie die Jungs von Erasure (oder Wheatus, um auch die Jüngeren unter euch abzuholen) es in „A little respect“ besingen – habt Respekt, seid nett, seid lieb und diese Welt wäre eine Bessere. Oder?
 
Warum es gerade die kleinen Dinge sind, die ein tägliches Miteinander schöner machen, mit welchen Werten Patrick großgezogen wurde und wo auf Franzis Moralkompass der Norden ist, hört ihr in dieser Schön war’s-Podcast-Folge!
 
Viel Spaß dabei und ach ja… seid lieb zueinander! Wir versuchen es auch.


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  1. Ein schönes, großes, wichtiges und schwierig zu greifendes Thema. Wie schnell rutscht man da von „Schön war’s“ zu „Wie kann man so doof sein“ ab. Dabei kann es so einfach sein: Behandle jeden Menschen so, wie auch du behandelt werden möchtest. Leicht gesagt und leider unglaublich schwer durchzuhalten. Aber als grundlegende Maxime immer noch unerreicht. Dazu kommt, dass ich katholisch erzogen wurde – und trotz aller Missstände, die die Kirche schon immer mit sich rumgeschleppt hat, sind die Ideen des neuen Testaments nicht die schlechtesten. Im Grunde laufen sie auch auf obigen Satz hinaus. Leider kenne ich mich mit anderen Religionen nicht so gut aus, aber vermutlich gibt es auch da keinen Gott, der etwas anderes verkündet. Oder (krasser Wechsel) wie schon Sting sang: I hope the Russians love their children, too.
    Als auf dem Dorf aufgewachsenes Kind kenne ich natürlich auch noch die Anweisung, die anderen Menschen zu grüßen. Irgendwann ist mir dann aufgefallen, dass einige Erwachsene darauf ganz irritiert reagiert haben. Und dann schläft das Stück für Stück ein. Aber an meinem Haus entlang verläuft eine Spielestraße. Und wer da vorbeiläuft und den Fehler macht, mir in die Augen zu schauen, wird auch gegrüßt. Meistens scheinen sich die Menschen zu freuen – oder sie sind nicht komplett irritiert.
    Lächeln ist ansteckend. Und tut einem selber gut. Es stimmt tatsächlich: stell dich mit schlechter Laune vor den Spiegel und zwinge dich zu einem (logischerweise gekünstelten) Lächeln. Normalerweise bessert sich dann deine Laune. Aber ich hab da leicht reden, weil ich sowieso ein eher positiv gestimmter Mensch bin. Wie ich auf Twitter ja schon schrieb, sagte mein Jüngster zu meiner Frau, dass sie die beste Mama der Welt sei. Und auf meine Nachfrage, was denn mit mir sei, kam nur trocken „Du bist lustig“.
    Ich komme jeden Tag durch die Fußgängerzone – und damit auch fast jeden Tag an immer wieder unterschiedlichen Ständen von Leuten vorbei, die mich „nur eben mal was fragen wollen“. Und da versage ich leider komplett. Als ich noch in Köln gewohnt habe, habe ich öfters gehalten und „nur fünf Minuten für eine kurze Umfrage“ oder „Engel, die uns Hilfe aus dem Himmel anbieten“ mitgemacht. Auf Dauer konnte ich das nicht mehr. Dank Podcasts auf den Ohren komme ich mittlerweile immer ganz gut an diesen Leuten vorbei – aber ich habe jedes Mal ein schlechtes Gewissen, weil diese Leute ja auch Anliegen haben. Da habe ich meinen Weg noch nicht gefunden.
    Insgesamt läuft es darauf hinaus: Mit Höflichkeit erleichtere ich anderen Menschen den Tag und ich fühle mich damit auch besser. Ein „Bitte“ und ein „Danke“ kostet nichts. Ich halte anderen Leuten die Tür auf, ich lasse Autos von Nebenstraßen in die Schlange, an Engstellen halte ich mich zurück. Und natürlich helfe ich, wenn jemand mit einem schweren Paket in der Hand verzweifelt nach seinem Hausschlüssel kramt oder ein Kinderwagen vor einer Treppe steht. Wäre schlimm, wenn solche Selbstverständlichkeiten verloren gingen.
    Und wenn ich einmal einen schlechten Tag habe und andere Menschen das spüren lasse, dann bitte ich nach meinem Rappel natürlich um Entschuldigung. Auch das ist für mich ein Zeichen von Respekt.

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